Vereinsvorstellung

Chronik


 

Der Verein „Neue Wege“ e.V. Zwönitz wurde 2005 von Herrn Jens Köhler gegründet. Es begann in einem feuchten Keller, in einem alten Gebäude der Stadt Zwönitz. Dort wurde mit Hilfe der damals noch wenigen ehrenamtlichen und suchtkranken Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Neue Wege“ ein Versammlungsraum eingerichtet. Hier wurden nun die Gruppenstunden durchgeführt und es kamen so nach und nach die kleinen und großen Problemchen der suchtkranken Menschen zu Tage. Wie zum Beispiel der Mangel an Kleidung bzw. die Fähigkeit, sich welche zu kaufen.

Also entstand die Idee einer Kleiderkammer, die darauf hin auch in diesem Keller eingerichtet wurde. Die Kleiderkammer wurde durch Mundpropaganda relativ schnell bekannt und es brachten viele Leute ihre Kleidung, die sie nicht mehr benötigten. Nun wurde die Kleiderkammer zu klein und es war auch eine Zumutung, sich in den feuchten Räumen längere Zeit aufzuhalten. So zog der Verein mit Selbsthilfegruppe und Kleiderkammer in neue Räumlichkeiten um.

In den Gesprächen während der Gruppenstunden kamen auch Probleme zur Sprache, bei denen es sich um die Trennung vom Lebenspartners handelte. Durch die nun mittlerweile bekannte Beratungsstelle für alkoholabhängige Menschen waren auch einige Kontakte zu den Zwönitzer Stellen geknüpft worden und es konnte bei der Wohnungssuche geholfen bzw. vermittelt werden.

Aber nun fehlten ja noch Möbel und es kam der Gedankengang, eine Möbelkammer zu gründen, was allerdings bedeutete, wir mussten wieder umziehen. Nun hatten wir mehrere Räume zur Verfügung und in einem Dachgeschoss hatten wir die Möglichkeit, Möbel zu lagern, zu reparieren oder aufzuarbeiten, was für einige unserer Mitglieder einen guten Ausgleich schaffte. Die Möbelkammer war geboren und wir hatten nun alles, um eine Wohnung komplett einzurichten.

Die Räume für die SHG wurden mittlerweile zum Tagestreff. Hier konnten sich die Betroffenen tagsüber aufhalten, aber wir hatten für manche keine weitere Beschäftigung für sie außer Kaffee trinken. Wir starteten das Projekt „Töpferwerkstatt“. In einem Nebengebäude wurde eine Töpferwerkstatt mit Brennofen und alles was noch dazu gehört eingerichtet. Dies hatte mehrere Vorteile für unsere Mitglieder. Sie konnten sich beschäftigen, also eine Tagesstruktur wieder entwickeln und es wurden ihre motorischen Fähigkeiten wieder hergestellt bzw. verbessert.

Wir hatten allerdings durch die Anzahl der nun genutzten Räume zwei Probleme, sie waren in verschiedenen Gebäuden und die Miete wurde zu hoch. Es ging die Suche nach einem geeigneten Objekt, welches auch bezahlbar ist, los, was wir nach einiger Zeit auch fanden. Eine ehemalige Gaststätte sollte nun das neue Zuhause des Vereins und der Selbsthilfegruppe werden und wir zogen mit Kleiderkammer, Möbelkammer, Töpferwerkstatt, Büro und Gruppenraum um. Dieses Gebäude, welches wir dann „soziales Begegnungszentrum“ nannten, liegt mitten im Wohngebiet von Zwönitz und ist auch in kurzer Zeit akzeptiert und angenommen worden.

Die SHG „Neue Wege“ wurde nun auch von Jugendlichen besucht. Hier wurde fest gestellt, dass die Problematik bei ihnen etwas anders ist, zu meist mehrfache Abhängigkeit (Alkohol und Drogen o.ä.) und es wurde die SHG „Junge Menschen“ gegründet, welche sich auch in relativ kurzer Zeit stabil und selbstständig entwickelte. Hinzu kam noch die SHG „Stolperstein“ für Menschen mit psychischen Problemen, da hier die Nachfrage immer wieder bei uns auftauchte, wo sich so etwas befände und wir ihnen mit einer Adresse nicht helfen konnten. Nach diesem Prinzip sind dann noch die SHG's „Lichtblick“ für Hinterbliebene – Menschen die einen Menschen verloren haben, die SHG „Vergessen“ für Angehörige von Demenzkranken und die SHG „Monte Carlo“ für Menschen mit Spielsucht /Glücksspiel /Onlinesucht usw. entstanden.

Das „soz. Begegnungszentrum“ wird im Monat von ca. 300 bis 500 Menschen mit den verschiedensten Problemen aufgesucht. Wir sind behilflich beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, Ausfüllen von Anträgen, begleiten bei Behördengängen, Vermittlung an Fachärzte oder Kliniken, Fahrten in Therapieeinrichtungen, Hausbesuche, Gruppenvorstellungen, Präventionen, Fachvorträge usw..

Der Verein „Neue Wege“ e.V. und seine sechs Selbsthilfegruppen sind in Zwönitz ein nicht wegzudenkender Anlaufpunkt für Menschen, die Probleme haben aber nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Es ist eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen worden, wo sich die Betroffenen auch einmal ausweinen und über ihr Leben reden können.

Des Weiteren gehört zum Verein die Außenstelle „Erzgebirgshof Bethlehemstift“ in Neudorf, in dem sich ein betreutes Wohnen für Suchtkranke befindet. Hier können die Betroffenen bis zu drei Jahre leben, um mit ihrer Suchtproblematik leben zu lernen. Dieses Objekt gibt es nun mittlerweile seit zweieinhalb Jahren und hat Platz für acht ständige Bewohner. Der Bethlehemstift wird ebenfalls auch als Rüstzeitheim für Gruppen aller Art genutzt, da hier eine Kapazität von 75 Plätzen ist.

Der Verein hat z.Z. 15 Mitglieder die ehrenamtlich tätig sind sowie 2 Suchttherapeuten und ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet. Der Verein finanziert sich aus Spenden.

Informationen über den Verein und seine Arbeit kann jeder im Internet auf unserer Homepage nachlesen unter:

verein-neue-wege.beepworld.de oder

erzgebirgshof-bethlehemstift.beepworld.de


 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !

 

              Kay Bräutigam

             Geschäftsführer

 

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